Bosnische Unternehmerfamilie Hastor baut heimlich 20-Prozent-Anteil an Grammer auf
Christina JunitzBosnische Unternehmerfamilie Hastor baut heimlich 20-Prozent-Anteil an Grammer auf
Die Familie Hastor, eine Gruppe bosnischer Unternehmer, hat leise einen bedeutenden Anteil an Grammer aufgebaut, einem bayerischen Automobilzulieferer. Durch eine Reihe strategischer Investitionen halten sie mittlerweile mehr als 20 Prozent der Unternehmensanteile. Gleichzeitig strebt die Familie die Übernahme des Küchenherstellers Alno an – ein Zeichen für weiterreichende Ambitionen in der deutschen Industrie.
Grammer ist spezialisiert auf Innenraumkomponenten für Personenfahrzeuge sowie Sitzsysteme für den gewerblichen Transport. In diesem Jahr ist der Aktienkurs des Unternehmens um 75 Prozent gestiegen, was das Interesse von Investoren geweckt hat.
Die Investmentvehikel der Familie Hastor wurden umstrukturiert, um eigenständig agieren zu können. Dieser juristische Schritt ermöglicht es ihnen, ihren Anteil weiter auszubauen, ohne dabei eine Pflichtangebot für eine vollständige Übernahme auszulösen. Nijaz Hastor, das Familienoberhaupt, hält über seine Firma Halog 10,2 Prozent der Grammer-Anteile. Seine Söhne Damir und Kenan kontrollieren knapp über 10 Prozent über die Cascade International Investment.
Trotz ihres wachsenden Einflusses hat die Familie bisher keinen Kontakt zur Grammer-Unternehmensführung wegen ihrer Pläne aufgenommen. Auch gab es keine formelle Mitteilung über weitere Aktienkäufe.
Der kombinierte Anteil der Familie Hastor an Grammer liegt nun bei über 20 Prozent. Ihre Strategie vermeidet ein vollständiges Übernahmeangebot, behält aber gleichzeitig Spielraum für künftige Schritte. Welche Auswirkungen dies auf die Geschäftsführung und die Unternehmenssteuerung von Grammer haben wird, bleibt abzuwarten.






