Biogas-Betreiber legen Wunschzettel vor: 'Die Bürokratie frisst uns auf!'
Laura ThanelBiogas-Betreiber legen Wunschzettel vor: 'Die Bürokratie frisst uns auf!'
Vom 9. bis 12. Dezember 2025 trafen sich Biogas-Betreiber in Nürnberg, um ihre wachsenden Sorgen über die Zukunft ihrer Branche zu äußern. Auf dem Biogas-Kongress forderten viele die Bundesregierung auf, klarere politische Rahmenbedingungen und langfristige Planungssicherheit für ihre Anlagen zu schaffen. Ohne verlässliche Unterstützung, warnen sie, werde die Planung für das nächste Jahrzehnt zum Lotteriespiel.
Betreiber wie Simon Schmidt betonten die Notwendigkeit vorhersehbarer Bedingungen, um in den kommenden 10 bis 20 Jahren Investitionen tätigen zu können. Er machte deutlich, dass ohne Stabilität der Ausbau oder sogar der Erhalt von Biogasanlagen ein riskantes Unterfangen bleibe. Andere schlossen sich seinen Bedenken an und drängten auf Reformen bei der Förderung sowie den Netzzugangsregeln.
Auf dem Kongress wurden zentrale Forderungen formuliert. Dazu gehörte die Aufhebung der Betriebsstundenbegrenzung für geförderte Anlagen, um Stromerzeugung in Spitzenlastzeiten zu ermöglichen. Die Betreiber verlangten zudem eine höhere Flexibilitätsprämie, eine Verlängerung der Anschlussförderung von 10 auf 12 Jahre sowie einen garantierten Netzzugang für Biomethan nach den GasNZV-Vorgaben. Ein weiterer zentraler Punkt war der Schutz vor zehnjährigen Netzabschaltandrohungen, um Planungsunsicherheit und Bürokratieaufwand zu verringern. Stefan Habersack, ein weiterer Betreiber, kritisierte die überbordende Bürokratie scharf: „Wir ersticken im Behördendschungel.“ Er argumentierte, dass schlanke Verwaltungsverfahren Ressourcen für den eigentlichen Betrieb freimachen würden. Darüber hinaus gab es breite Appelle an die Politik, den Ausbau von Wärmenetzen und marktgetriebene Strominvestitionen zu fördern.
Der Kongress endete mit Betreibern, die auf konkrete Signale aus der Politik warten. Ihre Forderungen zielen auf finanzielle Anreize, Netzsicherheit und weniger bürokratische Hürden ab. Ohne diese Änderungen könnte die Zukunft der Biogasproduktion in Deutschland vor erheblichen Herausforderungen stehen.






