Biennale Venedig 2025: Jury-Boykott erschüttert die Kunstwelt
Die 61. Biennale von Venedig öffnete am 13. Mai 2025 unter dem Motto „In Moll“ ihre Tore für Besucher. In diesem Jahr sind 100 nationale Pavillons und 111 Künstlerinnen und Künstler vertreten. Doch die Eröffnung steht im Schatten einer Kontroverse: Die gesamte internationale Jury trat aus Protest zurück.
Der Boykott richtete sich gegen Israel und Russland, deren Führungspersonen sich Vorwürfen von Verbrechen gegen die Menschlichkeit ausgesetzt sehen. In der Folge wurden die Verleihungen der Goldenen Löwen verschoben und stattdessen eine Publikumsabstimmung für die „Besucher-Löwen“ eingeführt.
Portugal ist mit Alexandre Estrela vertreten, dessen Projekt „RedSkyFalls“ im Palazzo Fondaco Marcello zu sehen ist. Estrela kritisierte öffentlich die Teilnahme Russlands und Israels an der Biennale. Neben Portugal präsentieren auch Brasilien und Osttimor die lusophone Welt auf der Ausstellung.
Israels Beitrag „Rose of Nothingness“ wird im Arsenale gezeigt. Russland kehrt nach dem Ausfall der Biennalen 2022 und 2024 in diesem Jahr zurück. Der Pavillon „Der Baum hat seine Wurzeln im Himmel“ markiert das Comeback des Landes – trotz anhaltender politischer Auseinandersetzungen.
Die Biennale-Stiftung und die italienische Regierung lehnten den Jury-Boykott ab. Trotz der Rücktritte geht die Veranstaltung weiter, wobei die Organisatoren den Fokus auf die Publikumsbeteiligung legen: Über das neue Abstimmungssystem für die „Besucher-Löwen“ sollen die Besucher nun ihre Favoriten küren.
Die Biennale 2025 findet damit ohne ihre traditionellen Preise statt. Statt Jury-Entscheidungen bestimmt das Publikum die Auszeichnungen – die Kontroverse hat das diesjährige Event geprägt und die Teilhabe des Publikums in den Mittelpunkt gerückt.






