Welche Vorbilder die Bayern mit Straßennamen ehren möchten - Bayerns neue Straßenhelden: Wer wird mit einem Platz geehrt?
In Bayern läuft derzeit eine Kampagne, Straßen und Plätze nach historischen Persönlichkeiten zu benennen, die die Demokratie in der Region gestärkt haben. Die Öffentlichkeit kann bis Ende März Vorschläge einreichen – im Fokus stehen verstorbene Persönlichkeiten, die als Vorbild dienen können. Bereits wurden über 140 Namen eingereicht, von Politikern bis hin zu Kulturikonen.
Der Bayerische Landesverein für Heimatpflege leitet die Initiative, um eine 'positive Liste' mit unumstrittenen Biografien zu erstellen. Ein Gremium aus drei Historikern wird alle Einreichungen prüfen und bis zum nächsten Sommer eine endgültige Auswahl zusammenstellen. Jede Kommune entscheidet anschließend selbstständig, welche Namen für örtliche Straßen oder öffentliche Plätze übernommen werden.
Unter den vorgeschlagenen Persönlichkeiten befinden sich der ehemalige Münchner Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel, die Politikerin Barbara Stamm und der bayerische Ministerpräsident Wilhelm Hoegner. Weitere Vorschläge sind die Schriftstellerin Anna Wimschneider und die Fußballlegende Franz Beckenbauer. Einige Namen, wie der des Theaterdirektors Ernst von Possart aus dem 19. Jahrhundert, sind in München bereits präsent – die Possartstraße wurde ihm 1902 zu Ehren benannt. Zwar wurden auch fiktive Figuren wie Pumuckl oder Monaco Franze vorgeschlagen, doch ihre Chancen auf Auswahl stehen eher gering. Stattdessen haben Persönlichkeiten wie Ernestine Reuter, Alois Hundhammer oder die Widerstandsgruppe Weiße Rose bessere Aussichten auf Anerkennung. Die finale Liste soll diejenigen würdigen, die bleibende Beiträge zur bayerischen Demokratie geleistet haben.
Die Kampagne endet mit einer kuratierten Namensliste, die dem Bayerischen Städtetag und dem Bayerischen Gemeindetag vorgelegt wird. Die lokalen Behörden entscheiden dann, welche Persönlichkeiten in ihren Gemeinden geehrt werden. Das Verfahren stellt sicher, dass zukünftige Straßen und öffentliche Plätze die demokratischen Werte und das Erbe Bayerns widerspiegeln.






