Bayerns Lokalsender kämpfen ums Überleben – Fusionen und Sendeschluss drohen
Laura ThanelBayerns Lokalsender kämpfen ums Überleben – Fusionen und Sendeschluss drohen
Bayerns Lokalsender durchleben tiefgreifende Umbrüche: Finanznot zwingt zum Sendeschluss oder zur Fusion
Die bayerische Radiolandschaft steht vor einschneidenden Veränderungen, da finanzielle Engpässe immer mehr Sender zur Schließung oder Zusammenlegung drängen. Bereits eingestellt haben den Betrieb RSA im Allgäu und extra radio in Hof. Zudem wird Radio Primaton, ein langjähriger Sender mit 34 Jahren Programmgeschichte, in Kürze den Betrieb einstellen.
Hintergrund der Entwicklung sind sinkende Werbeeinnahmen und steigende Kosten für die digitale Umstellung, die Betreiber zu Umstrukturierungen oder der Suche nach neuen Investoren zwingen.
Radio Primaton, das am 14. September 1991 auf Sendung ging, wird nach mehr als drei Jahrzehnten seinen Betrieb beenden. Der Sender hatte im Mai 2024 Insolvenz angemeldet, das Verfahren jedoch im August 2025 nach einer Investorenvereinbarung wieder verlassen. Neue Welle Bayern, ehemaliger Teilhabender, hat inzwischen die vollständige Kontrolle übernommen.
Die Schließung hinterlässt eine Lücke in der lokalen Berichterstattung, doch Radio Gong Schweinfurt wird künftig die Region Main-Rhön bedienen. Der neue Sender kooperiert eng mit Radio Gong Würzburg, übernimmt Teile des Programms, behält aber eigenständige lokale Nachrichten bei. RSA im Allgäu, ein weiterer betroffener Sender, stellte zum 31. Dezember den Betrieb ein – drei konkurrierende Stationen senden jedoch weiterhin Regionalnachrichten über DAB .
Auch anderswo schreitet die Konsolidierung voran: Radio AWN aus Straubing und Radio Trausnitz aus Landshut fusionierten zu maximal RADIO. Hörer, die vom Aus von RSA betroffen sind, werden aufgefordert, auf digitale Plattformen umzusteigen, wo noch Alternativen verfügbar sind.
Die Krise der Branche hat vor allem zwei Ursachen: rückläufige Werbeerlöse und die hohen Kosten für den Parallelbetrieb von UKW und DAB . Viele Sender stehen nun vor der Wahl: sich anpassen, finanzielle Unterstützung finden – oder vom Markt verschwinden.
Mit dem bevorstehenden Sendeschluss von Radio Primaton zeichnet sich eine Neuordnung der bayerischen Radiolandschaft ab. Einige Regionen behalten dank Ersatzsendern wie Radio Gong Schweinfurt lokale Nachrichten, andere sind auf digitale Angebote angewiesen. Die Zukunft der Branche hängt davon ab, wie es gelingt, Kosten, Hörerbedürfnisse und den Wandel von traditionellem UKW-Radio zu modernen Technologien in Einklang zu bringen.






