Bayerns Jagdreform spaltet Politik: Mehr Rechte für Jäger, weniger Kontrolle durch Behörden
Laura ThanelStreit um Jagdgesetz - Jetzt im Landtag - Bayerns Jagdreform spaltet Politik: Mehr Rechte für Jäger, weniger Kontrolle durch Behörden
Bayern präsentiert große Reform des Jagdrechts – Modernisierung mit scharfem Streit. Bayern hat eine umfassende Reform seines Jagdgesetzes vorgelegt, die die Vorschriften modernisiert und den wachsenden Herausforderungen im Wildtiermanagement begegnet. Der von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger unterstützte Gesetzentwurf sieht tiefgreifende Änderungen vor – von neuen Abschussregelungen bis hin zu einer ausgeweiteten Kontrolle über Wolfspopulationen. Doch der Vorstoß hat bereits scharfe Kritik der Opposition ausgelöst und sorgt auch innerhalb der Regierungskoalition für hitzige Debatten. Die Reform räumt örtlichen Jägern und Grundbesitzern mehr Eigenverantwortung bei der Festlegung von Abschussquoten ein. Die behördliche Aufsicht wird zurückgenommen, was die Staatsregierung als notwendige Vereinfachung des Wildtiermanagements begründet. Gleichzeitig wurden Wölfe und Goldschakale in die bayerischen Jagdverordnungen aufgenommen – ein Schritt, der den Weg für kontrollierte Wolfsabschüsse ebnet. Hintergrund ist das rasante Wachstum der Wolfspopulation: von etwa 30 Tieren im Jahr 2021 auf über 200 bis 2025, wobei sich die Bestände in den letzten zwei Jahren verdoppelt haben. Besonders betroffen sind Oberbayern (Chiemgau, Berchtesgadener Land), Niederbayern (Landshut, Straubing-Bogen) sowie Franken (Rhön-Grabfeld). Auch die Jagdzeiten für Rehwild wurden angepasst und beginnen nun bereits im April, um sich den Veränderungen in der Vegetation anzupassen. Die Änderungen spiegeln laut Regierung breitere ökologische Erwägungen wider. Doch der Weg des Gesetzes war alles andere als reibungslos. Innerkoalitionäre Streitigkeiten verzögerten einen Kompromiss bis September, insbesondere bei der Frage, wie weit die Lockerung der Kontrollen gehen soll. Oppositionsparteien wie die Grünen und die SPD verurteilen den Entwurf als Schwächung der Aufsicht in kritischen Bereichen. Sie warnen, dass weniger Monitoring zu unkontrollierten Abschüssen und ökologischen Schäden führen könnte. Nun muss der Landtag entscheiden, ob die Reformen den richtigen Mittelweg finden – oder ob das Jagdrecht weiter ein zersplitterndes politisches Thema bleibt. Der Gesetzentwurf geht nun in den bayerischen Landtag zur endgültigen Abstimmung. Bei einer Verabschiedung würde es sich um die bedeutendste Überarbeitung der Jagdvorschriften in der Region seit Jahren handeln. Das Ergebnis wird zeigen, wie künftig das Wildtiermanagement gestaltet wird – und ob sich die Vision der Staatsregierung von einem "zukunftsfähigen" System durchsetzt.






