Bamberger Grünen setzen auf Fränkisch – und schreiben damit Wahlkampfgeschichte
Laura ThanelGrüne Bambergs übersetzen Wahlprogramm ins Fränkische - Bamberger Grünen setzen auf Fränkisch – und schreiben damit Wahlkampfgeschichte
Bambergs Grüne präsentieren Wahlprogramm auf fränkisch – eine Premiere für die Region
Die Bamberger Grünen haben ihr Wahlprogramm erstmals im fränkischen Dialekt veröffentlicht. Damit wollen sie politische Inhalte verständlicher machen und gleichzeitig grüne Traditionen bewahren. Neben der dialektalen Fassung bietet die Partei Übersetzungen in mehreren Sprachen an, um eine breitere Wählergruppe zu erreichen.
Im Programm ersetzen die Grünen gängige Begriffe durch fränkische Ausdrücke: Aus Klimaschutz wird Glimaschuds, die Mobilitätswende heißt Mobbilidaäd. Selbst technische Konzepte wie die "Schwammstadt" zur Hochwasservorsorge erhalten eine lokale Note und werden als Schwammschdoddbrindsieb bezeichnet. Die Co-Vorsitzende Michaela Reimann betont, dass die Übersetzungen den Wählern helfen, die Themen besser zu verstehen und informierte Entscheidungen zu treffen.
Die Partei setzt sich zudem für mehr Solaranlagen auf Balkonen und öffentlichen Gebäuden ein, um die Energiewende zu beschleunigen. In ihrer Kampagne kritisieren die Grünen E-Scooter-Fahrer, die Gehwege blockieren, und bezeichnen dies als wachsendes Problem für Fußgänger. Um die Wähler noch stärker einzubinden, plant die Partei den Einsatz digitaler Tools – scherzhaft als modärns Dseuch (moderne Zeug) bezeichnet –, darunter die Live-Übertragung von Stadtratssitzungen.
Obwohl der fränkische Dialekt in der Region tief verwurzelt ist, bleibt sein Einsatz in Wahlkämpfen selten. Seit 2020 hat keine andere deutsche Stadt oder Region lokale Mundarten für Wahlmaterialien genutzt – Bambergs Ansatz ist damit einzigartig.
Mit der Kombination aus Dialekt, mehrsprachiger Ansprache und digitaler Kommunikation hebt sich die Partei in diesem Wahlkampf ab. Durch die Verbindung von Tradition und moderner Vermittlung hoffen die Grünen, mehr Wähler zu erreichen. Sollte das Programm Anklang finden, könnte es Schulbeispiel für grüne Kampagnenstrategien in anderen Teilen Deutschlands werden.






