Bamberg ehrt Rainer Eppelmann für sein Lebenswerk als Demokratieverfechter
Laura ThanelBamberg ehrt Rainer Eppelmann für sein Lebenswerk als Demokratieverfechter
Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke hat Rainer Eppelmann für dessen lebenslanges Engagement für Demokratie und zivilen Mut geehrt. Die Feierstunde fand im Rokokosaal des Alten Rathauses statt, wo Eppelmann sich in das Goldene Buch der Stadt eintrug. Sein Wirken erstreckt sich über Jahrzehnte – vom Widerstand gegen die SED-Diktatur bis hin zur Mitgestaltung der deutschen Wiedervereinigung.
Erstmals auf sich aufmerksam machte Eppelmann als Kritiker des kommunistischen Regimes der DDR. Der gelernte evangelische Pfarrer gehörte zu den Mitbegründern der Oppositionspartei Demokratischer Aufbruch und wurde zu einer Schlüsselfigur der Friedlichen Revolution 1989. Seine Bemühungen trugen maßgeblich dazu bei, die autoritäre Herrschaft der SED zu überwinden.
Nach der Wiedervereinigung übernahm er Ministerämter in den letzten DDR-Regierungen des Jahres 1990. Später leitete er die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und sorgte dafür, dass deren Verbrechen im öffentlichen Bewusstsein verankert blieben. Zudem förderte er kulturelle Projekte, darunter Veranstaltungen im Berliner Theater im Palais.
Bei der Ehrung in Bamberg betonte Oberbürgermeister Starke Eppelmanns anhaltenden Einfluss auf die politische Bildung. Angesichts des erstarkten Rechtsextremismus und autoritärer Tendenzen sei diese Arbeit heute dringender denn je, so Starke. Er bezeichnete Eppelmanns Wirken als unverzichtbar für die Verteidigung demokratischer Werte.
Die Auszeichnung in Bamberg unterstreicht Eppelmanns Rolle in der deutschen Demokratiegeschichte. Sein Werdegang – vom regimekritischen Pfarrer zum Minister – steht für ein konsequentes Eintreten für Freiheit. Die Würdigung der Stadt ist zugleich ein Signal für die fortlaufenden Bemühungen, Extremismus durch Bildung und Erinnerung entgegenzutreten.






