28 January 2026, 10:27

Bahnbranche fordert radikale Reformen bei Schienenprojekten nach Rekordkosten 2024

Eine Straßenbahn fährt durch eine Straße mit hohen Gebäuden, mit Masten, Schildern, einem Mülleimer, einem Auto und einem Baum.

Bahnbranche fordert radikale Reformen bei Schienenprojekten nach Rekordkosten 2024

Private Bahnbetreiber und Güterverkehrsverbände fordern grundlegende Reformen bei der Schieneninfrastruktur

Private Eisenbahnunternehmen und Güterverkehrsverbände drängen auf weitreichende Änderungen bei der Planung und Umsetzung von Schieneninfrastrukturprojekten. Die Westbahn und die Bayerische Regiobahn kritisieren kurzfristige Baustellenankündigungen, mangelnde Koordination sowie unbesetzte Stellwerke. Ihre Forderungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die finanziellen Belastungen durch Bauarbeiten im Kalender 2024 Rekordhöhen erreichen.

Die beiden Unternehmen haben drei zentrale Anforderungen formuliert: längere Vorlaufzeiten mit klarer Kommunikation, verlässliche Planung und eindeutig definierte Verantwortlichkeiten. Sie argumentieren, dass die aktuelle Praxis – etwa spontane Baustellenmeldungen und unabgestimmte Streckensperrungen – den Bahnbetrieb zunehmend unwirtschaftlich mache.

Unterdessen hat der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) die Bundesregierung aufgefordert, Unternehmen vor den wirtschaftlichen Folgen schlecht gemanagter Bauprojekte zu schützen. Peter Westenberger, Hauptgeschäftsführer des Verbandes, warnte, dass bei Zugausfällen oder zu teuren Umleitungen Kunden auf den Straßengüterverkehr auswichen. Diese Entwicklung zeige sich bereits in rückläufigen Schienengüterverkehrszahlen, die von 150 Milliarden Tonnenkilometern im Jahr 2022 auf 134 Milliarden im Jahr 2024 gesunken seien.

Die baubedingten Kosten belaufen sich mittlerweile auf etwa vier Prozent der gesamten Bahneinnahmen – der höchste Stand seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Lage könnte sich weiter verschärfen, da im Jahr 2026 über 1.100 Kilometer stark frequentierter Strecken vollständig gesperrt werden sollen. Der Verband betont, dass ohne bessere Abstimmung das gesamte Schienensystem ins Wanken geraten könnte.

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Die Reformforderungen spiegeln die wachsende Verärgerung der Bahnunternehmen über finanzielle Verluste und Betriebsstörungen wider. Sollten keine Änderungen erfolgen, warnt die Branche vor einem weiteren Rückgang des Schienengüterverkehrs und einer anhaltenden Verlagerung auf die Straße. Nun liegt der Fokus darauf, ob Regierung und Infrastrukturverantwortliche die Sorgen noch vor den geplanten Sperrungen 2026 angehen werden.