Baden-Baden feiert Tanzlegenden mit Festival und Neumeier-Ausstellung im Oktober
Christoph Koch IIBaden-Baden feiert Tanzlegenden mit Festival und Neumeier-Ausstellung im Oktober
Baden-Baden feiert seine glanzvolle Tanzgeschichte mit einem großen Festival im Oktober
Die Stadt, die 1913 bereits die legendären Tänzer Vaslav Nijinsky und Anna Pavlova beherbergte, würdigt über ein Jahrhundert später deren bahnbrechendes Schaffen mit einem Festival, das von ihren Werken inspiriert ist. Zudem präsentiert der renommierte Choreograf John Neumeier, der sich stark von Nijinskys Einfluss leiten lässt, eine eigene Ausstellung.
Im August 1913 hielt sich Nijinsky im Brenners Parkhotel in Baden-Baden auf, um mit Sergei Djagilew an einem von Bach inspirierten Ballett zu arbeiten. Zwar entstand während dieses Aufenthalts keine neue Choreografie, doch nur wenige Monate zuvor hatte er in Paris mit Le Sacre du Printemps (Das Frühlingsopfer) für Furore gesorgt – ein Werk, das das Publikum schockierte, aber die Spitzentanz-Technik des modernen Balletts revolutionierte.
Noch im selben Monat, am 26. August, trat Anna Pavlova in Baden-Baden mit ihrem ikonischen Sterbender Schwan auf. Ihr Auftritt wurde jedoch von einem öffentlichen Streit mit ihrem Tanzpartner vor der Vorstellung überschattet.
Heute ehrt die Stadt diese Pioniere mit dem Festival Die Welt des John Neumeier, das vom 2. bis 12. Oktober stattfindet. Neumeiers Ballett Nijinsky – in dem auch Pavlovas Sterbender Schwan zu sehen ist – bildet den Höhepunkt des Programms, ergänzt durch Epilog, Illusionen – wie Schwanensee und Der Nussknacker. Tickets für das Festival 2026 sind bereits erhältlich.
Ab dem 3. Oktober zeigt zudem das Stadtmuseum Baden-Baden Neumeiers private Sammlung zu Tanz und Ballett, darunter Exponate mit Bezug zu Nijinsky und Pavlova. Die Ausstellung unterstreicht ihren bleibenden Einfluss auf das Ballett des 20. Jahrhunderts.
Das Festival und die Ausstellung verbinden historische Aufführungen mit zeitgenössischen Hommagen. Während Neumeiers Werke, die in Nijinskys Innovationen verwurzelt sind, im Mittelpunkt stehen, wird Pavlovas Vermächtnis durch Archivmaterial neu beleuchtet. Baden-Badens Herbstveranstaltung spannt so den Bogen von den Skandalen des Jahres 1913 bis zu den Feiern der Gegenwart – eine Reise durch mehr als ein Jahrhundert Tanzgeschichte.






