ARD in der Sexismus-Debatte: Wie gerecht ist Druckfrisch wirklich?
Christoph Koch IIARD in der Sexismus-Debatte: Wie gerecht ist Druckfrisch wirklich?
Der deutsche Sender ARD sieht sich mit Kritik an seiner langjährigen Literatursendung Druckfrisch konfrontiert, nachdem dem Moderator Denis Scheck Sexismus vorgeworfen wurde. Auslöser der Debatte war der Vorwurf der Schriftstellerin Sophie Passmann, Scheck beurteile Bücher von Autorinnen herablassend und abwertend. ARD verteidigte nun das Format und betonte, das Geschlecht spiele bei den literarischen Bewertungen keine Rolle.
Die Kontroverse begann, nachdem Scheck in scharfen Worten aktuelle Werke von Passmann und Ildikó von Kürthy rezensiert hatte. In Druckfrisch wirft der Kritiker missliebige Titel während der Rubrik "Top Ten" demonstrativ durch eine Rutsche in den Müll. Passmann warf ihm vor, sein Ton gegenüber Autorinnen sei arrogant und entwürdige sie. Von Kürthy konterte in Die Zeit und ließ die Kritik nicht unwidersprochen. Auch die Schriftstellerin Elke Heidenreich meldete sich zu Wort, kritisierte Schecks Rezensionsstil und hinterfragte ARDs Rolle dabei. Scheck verteidigte sich: Seine Kritik gelte den Büchern, nicht den Autor:innen oder Leser:innen. Im jüngsten Beitrag habe er zudem mehr Bücher von Frauen gelobt als kritisiert.
ARD veröffentlichte eine Stellungnahme, in der der Sender sich zu Geschlechtergerechtigkeit und vielfältigen Perspektiven bekannte. Man dulde in Druckfrisch keinerlei Frauenfeindlichkeit und anerkenne die unverzichtbaren Beiträge von Frauen zur Literatur. Das Geschlecht einer Autorin oder eines Autors habe keinen Einfluss auf die Bewertung der Bücher in der Sendung.
Die Diskussion zeigt die Spannung zwischen scharfer Literaturkritik und dem Vorwurf der Voreingenommenheit. Während ARD sich klar gegen Sexismus positioniert, hält man am Format der Sendung fest. Druckfrisch läuft vorerst weiter – doch die Debatte über Schecks Herangehensweise und den Umgang des Senders damit bleibt ungelöst.






