23 December 2025, 22:50

Apotheken-Notdienst: Hoch belastet in den Feiertagen

Eine Apotheke mit einem vor ihr geparkten Fahrzeug und einem Gebäude in der linken Ecke.

Apotheken-Notdienst: Hoch belastet in den Feiertagen

Apotheken in ganz Deutschland stehen vor wachsenden Herausforderungen, da ihre Zahl kontinuierlich zurückgeht. Besonders spürbar ist die Belastung in Bayern, wo immer weniger Standorte eine stetig wachsende Bevölkerung versorgen müssen. Die Schließung ländlicher Apotheken hat die verbleibenden Häuser an ihre Grenzen gebracht – vor allem in Notfällen und außerhalb der regulären Öffnungszeiten.

Deutschland liegt bei der Apothekenversorgung mittlerweile nur noch auf Platz 21 in der EU: Auf 100.000 Einwohner kommen hierzulande gerade einmal 21 Apotheken – deutlich weniger als der EU-Durchschnitt von 32. In Bayern versorgt eine Apotheke im Schnitt etwa 4.500 Einwohner, was den Freistaat bundesweit auf den vierten Platz bei der lokalen Erreichbarkeit bringt. Dr. Thomas Wellenhofer, der seit fast 30 Jahren die Bahnhof-Apotheke in Freilassing leitet, hat miterlebt, wie sich die Zahl der Apotheken im Landkreis Berchtesgadener Land halbiert hat.

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Der Rückgang zwingt die verbleibenden Apotheken, ihre Lagerbestände auszuweiten und ihre Abläufe anzupassen. Wichtige Medikamente wie Antibiotika, Schmerzmittel und Nasensprays müssen in größeren Mengen vorrätig gehalten werden, um Wartezeiten in Notfällen zu verkürzen. Optimierte Logistik, darunter alternative Lieferwege und Notfalllieferungen durch Großhändler, sind inzwischen unverzichtbar, um die Versorgung außerhalb der regulären Öffnungszeiten aufrechtzuerhalten. Dennoch kommt es weiterhin zu Engpässen bei kritischen Arzneimitteln, die Patienten manchmal zu langen Fahrten zwingen – besonders an Feiertagen. Der Großhändler Noweda hat kürzlich seine Notfallbestellrichtlinien aktualisiert: Standard-MSV3-Bestellungen, die nach 13:30 Uhr samstags oder an Sonn- und Feiertagen aufgegeben werden, treffen nun erst am nächsten Werktag ein. Trotz dieser Maßnahmen bleibt der Druck auf die Apotheken – insbesondere in ländlichen Regionen – weiter hoch.

Die sinkende Apothekenzahl hat zudem die Abhängigkeit von Notdiensten und persönlichen Beratungen erhöht. Die verbleibenden Standorte müssen nun größere Patientenzahlen bewältigen und gleichzeitig die Verfügbarkeit essenzieller Medikamente sicherstellen. Ohne weitere Anpassungen könnte der Zugang zu zeitnaher pharmazeutischer Versorgung in unterversorgten Regionen noch schwieriger werden.