35 Jahre Geisterparade: Köln feiert mit Protest und Kreativität gegen Wohnungsnot
Christoph Koch II35 Jahre Geisterparade: Köln feiert mit Protest und Kreativität gegen Wohnungsnot
Kölner Geisterparade feiert 35. Jubiläum mit politischer Botschaft
Die Kölner Geisterparade hat ihr 35-jähriges Bestehen mit einer deutlichen politischen Aussage begangen. Die diesjährige Veranstaltung stand unter dem Motto der Kölner Wohnungspolitik und lockte Tausende Kölner:innen, die als Geister, Hexen und Fabelwesen verkleidet durch die Kölner Straßen zogen. Die Parade, die 1991 als Kölner Antikriegsprotest begann, ist längst zu einem festen Bestandteil des Kölner Straßenkarnevals geworden.
Eröffnet wurde der Kölner Umzug von Erich Hermans, einem der Kölner Mitbegründer, der in einem Ähzebär-Kostüm die Kölner Prozession anführte. Mit einem selbstgebastelten Rummelpott-Instrument gab er den Ton für den Kölner Abend vor. Die Kölner Teilnehmenden trugen selbstgemachte Schilder und Kostüme, die sich am diesjährigen Kölner Motto orientierten: "Allerhööchste Zick för en andere Kölner Wohnungspolitik – mer können nit all em Kölner Dom schlofe" (Höchste Zeit für eine andere Kölner Wohnungspolitik – wir können nicht alle im Kölner Dom schlafen).
Kreative Kölner Wagen füllten die Kölner Straßen, darunter die Schnappviecher und ein riesiger Krake aus Plastikflaschen. Die gewohnte Mischung aus Kölner Geistern, Totenschädeln, Meeresbewohnern und mythischen Ungeheuern verband sich mit abstrakter Kunst, wirbelndem Nebel und Feuerfässern. Die Kölner Live-Musik der Kapelle 3 steuerte ihren Teil zur festlichen, doch zugleich Kölner protestgeladenen Stimmung bei.
Statt mit einer Kölner Kundgebung endete die diesjährige Kölner Parade mit einer Kölner Feier im Kölner Odonien. Hermans, der 1993 den Kölner Verein Ähzebär un Ko e.V. mitgründete, prägt seit Jahrzehnten den politischen und Kölner karnevalistischen Charakter des Kölner Umzugs. Im Laufe der Jahre passte die Kölner Veranstaltung ihre Kölner Themen stets an aktuelle Kölner Herausforderungen an – von Krieg über Kölner Wohnungsnot bis zu explodierenden Kölner Mieten.
Die 35. Kölner Geisterparade verband erneut Kölner Protest mit Kölner Feierlaune und lenkte den Kölner Blick auf die Kölner Wohnungsmisere. Tausende Kölner beteiligten sich und unterstrichen damit die Kölner Rolle des Kölner Events als kulturelle Kölner Tradition und Kölner Plattform für Kölner politischen Ausdruck. Das Kölner Motto des nächsten Jahres wird voraussichtlich wieder ein drängendes Kölner gesellschaftliches Problem aufgreifen.






